Quenas

Die Quena ist eine Bambusflöte aus den Anden. Von einem Profi gespielt klingt sie etwa so: http://www.youtube.com/watch?v=-s9tZcpuU2g

Zuerst sucht man sich ein passendes Stück Knöterich. Es ist wichtig, dass es keine Risse hat.

Je länger das Rohr, desto tiefer wird die Flöte

Je dicker das Rohr ist, desto lauter wird die Flöte.

Je dünner das Rohr, desto stärker die Obertöne (-> überbläst leichter, etwas schärferer Klang).

Es können sich auch ein oder zwei Knoten in dem Stück befinden.

Am dickeren Ende sägt man den Knoten ab, am dünneren Ende lässt man ihn dran und schneidet ca 2-3cm darunter ab. Nun durchsticht man mit einem Stab nacheinander alle Knoten und entfernt sie so gut wie möglich. Eine feine Rundfeile leistet hier gute Dienste. Je glatter die Knoten sind, desto weniger wird der Klang später rauschen.

Die Anblaskante kann man mit einem Messer schnitzen und später noch nachfeilen, bis sie etwa wie auf dem Bild aussieht. Besonders gut klappt es, wenn man immer vom Holz weg feilt.

Nun kommt der wohl schwierigste Teil: Dem Flötchen einen Ton zu entlocken.

Die Quena ist eine Art Blockflöte ohne Block: Bei einer Blockflöte lenkt der Windkanal (also dort wo man hineinbläst) den Luftstrom auf die Schneidekante. Bei der Quena fehlt der Windkanal und man muss versuchen, ihn mit den Lippen selbst „nachzubauen“. Nicht verzweifeln; das kann eine Weile dauern – so wie es beim Flötenbaulehrling auch etwas dauert, bis er gelernt hat, einen Block zu bauen.

Übrigens: mehr Luft oder mehr Druck bringt gar nichts (außer dass einem schwindelig wird), viel wichtiger ist der richtige Anblaswinkel.

Es ist fast unmöglich, eine Kante zu bauen, die nicht funktioniert. Mit dem entsprechenden Ansatz kann man auch einer Gieskanne, dem Mittelstück einer Blockflöte (wenn man die oberen Löcher schließt) oder dem Stängel einer Zucchinipflanze einen Ton entlocken ;)…

Erklingen nun Töne, kann man das Instrument stimmen.

Ähnlich zur Quena ist die japanische Shakuhashi. Sie ist auch aus Bambus, aber aus dem Wurzelstück gemacht: http://de.wikipedia.org/wiki/Shakuhachi

Werkzeug: Laubsäge, Stab, Feilen und Schleifpapier, Messer

Materialien: Knöterich

Grundsätzlich kann man jedes Rohr nehmen, dass man bearbeiten kann und das einen vernünftigen Durchmesser hat. Man kann auch Quenas aus frischen Stängeln von Zucchinis bauen – die Lebensdauer ist allerdings auf ein paar Stunden beschränkt.

Wenn man Bambus, das entsprechende Werkzeug und viel Zeit zur Verfügung hat, kann man sich auch eine echte Bambusquena bauen. Eine Anleitung und viele nützliche Infos dazu: http://www.quena.info/bauen/index.html

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Über klangsuche

Während meinem FÖJ hatte ich ein Projekt über "musique verte": Wie stelle ich aus Naturmaterialien und Abfall Musikinstrumente her? Meine Erfahrungen damit möchte ich in dem Blog mit anderen teilen.
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